Flipchart und Kekse für 500 Euro

Vor ein paar Wochen sitze ich mit einem Geschäftsführer beim Kaffee. Er wirkt müde, fast genervt. Dann sagt er:

„Karl, wir haben wieder eine Rechnung bekommen: €500 pro Kopf für ein Tagesseminar. Ich wollte ja gar nicht, aber wir müssen sie da hinschicken. Da gab’s einen Trainer, ein Flipchart … und, na ja, ein paar Kekse.“

Er lacht dabei, aber ich sehe, dass es kein Witz ist. Ich frage ihn, was davon geblieben sei. Er zieht die Schultern hoch. „Die Kekse waren scheinbar okay. Vom Rest wissen sie ehrlich gesagt kaum noch was."

Und so ists fast immer: Die Effekt? Gering. Die Kosten? Hoch. Und jedes Mal dieselbe Rechnung: €500 pro Kopf, ohne Erfolgsgarantie. Dafür gibt’s: immer einen Raum, einen Trainer, einen Stapel Unterlagen – und immer Tee und Kekse.

Das Problem dabei: Unternehmen investieren jedes Jahr tausende Euro in Fortbildungen – und niemand weiß genau, was wirklich davon ankommt. Die Mitarbeitenden sitzen stundenlang da, der Kopf ist irgendwann voll, und am Ende verlässt man den Raum mit einem Zertifikat, das mehr Dekoration ist als Kompetenznachweis.

Und nein, das liegt nicht an den Keksen. Das liegt am System. Denn wir lernen heute noch immer so, wie wir’s vor 20 Jahren getan haben – nur die Preise sind gestiegen.

Darum: Die Zukunft des Lernens nicht in besseren Keksen, sondern darin, Wissen endlich so zu vermitteln, dass es auch ankommt.

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